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Schleswig-Holstein nimmt bundesweit Spitzenplatz bei Versorgung mit Erneuerbaren Energien ein – Energiewendeminister Habeck: „Fünf Jahre nach Fukushima darf die Bundesregierung nicht den Ausstieg aus der Energiewende einleiten.“

Schleswig-Holstein hat nach wie vor bundesweit einen Spitzenplatz bei der Versorgung mit Erneuerbaren Energien. Das geht aus aktuellen Daten hervor, die das Energiewendeministerium in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein heute anlässlich der Messe New Energy Husum (17. bis 20. März 2016) veröffentlicht hat.

16.03.2016 // KIEL und HUSUM. Demnach lag im Jahr 2014 der Anteil Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch – also Strom, Wärme und Mobilität zusammengenommen – bei 24 Prozent. Im Bundesdurchschnitt waren es nur 14 Prozent. Auf Biomasse entfiel in Schleswig-Holstein ein Anteil von knapp 46 Prozent, auf Windenergie ein Anteil von rund 44 Prozent, die restlichen zehn Prozent speisten sich aus Solarenergie, Geothermie und Wasserkraft.

Der Ökostromanteil am Bruttostromverbrauch betrug 78 Prozent im Jahr 2014. Im Bundesdurchschnitt waren es lediglich 27 Prozent. Für 2015 ist nach ersten Hochrechnungen zu erwarten, dass die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien erstmals höher war als der Bruttostromverbrauch in Schleswig-Holstein. Bei der Wärmeversorgung lag der Anteil der Erneuerbaren Energien mit knapp 14 Prozent leicht über dem deutschlandweiten Anteil von rund 12 Prozent.

„Die Zahlen zeigen einmal mehr, dass Schleswig-Holstein Erneuerbare-Energien-Land ist. Damit schützen wir das Klima – schon zwei Drittel der Treibhausgasemissionen im Land wurden durch die Erneuerbaren kompensiert. Wir leisten außerdem einen wichtigen Beitrag zum Umbau der bundesweiten Energieversorgung“, sagte Energiewendeminister Robert Habeck. Er warnte aber vor den Plänen der Bundesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren Energien noch stärker zu begrenzen. „Fünf Jahre nach Fukushima leitet die Bundesregierung den Ausstieg aus der Energiewende ein. Mit ihren Plänen für das neue EEG würgt sie die günstigste Form der Erneuerbaren – Wind an Land – ab. Das ist klimapolitisch fatal.“ 

Staatssekretärin Ingrid Nestle, die die Messe New Energy morgen besucht, betonte: „Die vorgeschlagene Sonderregelung für Bürgerenergie bietet keine Lösung für die wesentlichen Probleme, die Bürgerenergieprojekte mit Ausschreibungen haben: Das ist das Preis- und das Zuschlagsrisiko. Definierte Bürgerenergieprojekte sollten überhaupt nicht an Ausschreibungen teilnehmen müssen.“

Die Studie von MELUR und Statistikamt enthält erstmals auch eine Auswertung des Anlagenregisters zum EEG für Kleinwindanlagen. Demnach waren Ende 2014 in Schleswig-Holstein rund 200 Klein-Windkraftanlagen (bis 50 Kilowatt Leistung) mit einer Gesamtleistung von rund 2 Megawatt installiert, d.h. die durchschnittliche Leistung dieser Anlagen liegt bei 10 Kilowatt.

Erneuerbare Energien bewirkten 2014 bereits eine Treibhausgasminderung von 9,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Davon entfielen 6 Millionen Tonnen (63 Prozent) auf die Windenergie und 2,4 Millionen Tonnen (27 Prozent) auf Biomasse. Die Erneuerbaren Energien haben 2014 damit bereits mehr ein Drittel der schleswig-holsteinischen Treibhausgasemissionen kompensiert.

 

Hintergrund zur Messe:

Messegäste und Aussteller haben in Husum vier Tage Gelegenheit, sich über Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeicherung und Elektromobilität zu informieren. Auch das Energiewendeministerium ist wieder mit einem Messestand dabei und beteiligt sich am Kongressprogramm, zum Beispiel mit der Energie- und Klimaschutzinitiative Schleswig-Holstein (EKI) mit zwei Fachforen „Instrumente für kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ und „Nahwärme 4.0“ sowie mit Beiträgen zur Energiespeicherinitiative Schleswig-Holstein, zur Elektromobilität, zur Sektorenkopplung oder zur Rolle der Bioenergie.“ Weitere Informationen: http://www.new-energy.de/new_energy/de/

 

Hintergrund zur Studie

Die Studie „Erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein – Versorgungsbeitrag in den Jahren 2006-2014, Ausbauszenarien Strom und Wärme bis zum Jahr 2025, Treibhausgasminderung und wirtschaftliche Effekte“ wurde vom Statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein und dem Energiewendeministerium gemeinsam erarbeitet und ist im Internet abrufbar unter: http://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Energiewende/Daten/_documents/versorgungsbeitrag.html

 

 

 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@melur.landsh.de | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.melur.schleswig-holstein.de

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