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New Energy Husum zum Thema Kleinwind: Messeneuheit Windkraftpumpen

Während der Hersteller Molzan Windkraftanlagen seine Mühlen fürs Wasserpumpen zeigt, hoffen die deutschen Akteure der Kleinwindbranche, dass die New Energy Husum neue Impulse für die gesamte Branche setzt.

Quelle: Dierk Jensen

07.03.2016 // In der Gemeinde Seeth steht eine. In St. Annen wird bald eine aufgestellt. Aber auch in weiter Ferne, in Japan, in Russland, in Paraguay und in Indonesien stehen Windkraftpumpen der Firma Molzan. Vor über 35 Jahren gründete der Elektromeister Emil Molzan seinen kleinen Familienbetrieb im westfälischen Laer, der sich seither ganz und gar der Herstellung von soliden Kleinwindanlagen widmet. Sie produzieren keinen Strom, sondern pumpen Wasser.

„Deren Einsatz bietet sich überall an“, sagt der innovative Handwerker über seine Windräder, die auf einem nur drei Meter hohen freistehenden dreibeinigen feuerverzinkten Mast stehen. „Sie bieten sich in Naturschutzgebieten an, bei der Wasserregulierung von Vorflutern, Fischteichen oder zum Tränken von Tieren.“ Eigentlich in allen Gebieten, wo keine Stromleitungen liegen, aber Wasser gebraucht oder Wasserstände reguliert werden müssen. Somit stellen die robusten Windmühlen aus Laer als Antrieb von Wasserpumpen eine ganz eigene Kategorie im Spektrum der Kleinwindanlagen dar, die in der Regel im Leistungsbereich von ein paar 100 Watt bis zu 70 kW zur Stromerzeugung dienen. Dabei ist die Pumpleistung der Molzan-Mühlen beachtlich; während die kleineren Mühlen rund 500 Liter Wasser pro Stunde pumpen können, ist das größte Modell aus dem Hause Molzan in der Lage, bis zu 100.000 Liter Wasser in der Stunde zu fördern. Dadurch sparen die Betreiber, ob Fischer, Wasserwerker, Naturschützer oder Landwirte, viele, viele Kilowattstunden ein, so dass sich ihre Investition in eine solche, leicht transportierfähige Anlage schon nach einigen Jahren amortisiert.

Je nach Standort und Einsatzbereich kommen Kreisel-, Stempel, Kolben oder doppelwirkende Membranpumpen zum Einsatz. Die Anlagen sind je nach Einsatzort mit vier, sechs bzw. maximal zwölf Blättern aus Edelstahl mit feuerverzinkten Armen ausgestattet. Das hohe Drehmoment des Rotors ermöglicht eine Wasser- und Sauerstoffförderung (in Fischteichen) schon bei Windstärke 1 bis 2 Beaufort je nach Förderhöhe, wobei schon bei Windstärke 4 bis 5 die Nennleistung erreicht ist. Die Mühle kann bei Starkwind abgeschaltet werden; bei Frost kann die Pumpe beim Modell MW 500 leicht mit drei Halteschrauben entfernt werden. „Praktisch wartungsfrei und nahezu unverwüstlich leisten unsere Windkraftpumpen jahrelang ihren Dienst, sind umweltfreundlich und wirtschaftlich zugleich“, versichert der 74-jährige Molzan, der sich in diesem Jahr mit seinen Produkten und seiner Firma, in die seine beiden Söhne inzwischen eingestiegen sind, auf der New Energy Husum zum ersten Mal präsentiert. 

Während Emil Molzan als Aussteller seine Premiere in Husum feiert, ist Kleinwind-Experte Uwe Hallenga schon seit den Anfangstagen der New Energy Husum durchgehend vertreten. Seine Expertise ist branchenweit gefragt, sein Webportal www.kleinwindanlagen.de bundesweit bekannt. Das Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Kleinwindanlagen (BVKW) möchte im Vorfeld der Messe ungern schlechte Stimmung verbreiten, doch beurteilt er die Lage für  Kleinwind in Deutschland derzeit als ziemlich dürftig. „Es passiert wenig, es gibt kaum Nachfrage“, klagt Hallenga. Für den Fachmann hat dies im Wesentlichen zwei Gründe. „Zum einen ist es das Baurecht in Bundesländern wie in Niedersachsen, das den Bau von Kleinwindanlagen massiv verhindert“, erklärt er, „zum anderen sind die Solarmodule im Verhältnis zu Kleinwindanlagen inzwischen unschlagbar billig geworden sind. Da greifen viele zur Photovoltaik statt zu einer Kleinwindanlage.“

Trotzdem ist Hallenga weiterhin überzeugt von den Vorteilen der Kleinwindanlagen für Privathaushalte, für Landwirte, für netzferne Standorte, auf Schiffen, Campingwagen und sogar in Städten. Immerhin zählt man schätzungsweise schon 12.000 kleine Windturbinen im Bundesgebiet. Gerade auch in der Kombination mit Solar und unter Einsatz von Speichertechniken sieht der Experte durchaus Chancen. „Allerdings brauchen wir eine Serienproduktion. Erst mit der Massenfertigung werden die Kosten für die Kleinwindanlagen deutlich sinken können.“ Daher erhofft er sich vom diesjährigen Husumer „World Summit for Small Wind“ neue Impulse, die den Markt wiederbeleben.

 

Weitere Infos zum 7. WSSW-Kleinwind-Kongress finden Sie hier  

 

www.new-energy.de 

 

 

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Messe Husum & Congress

Barbara Zillig

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25813 Husum

 

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